Pädagogisches Konzept

Konzeption einer Kindertagesstätte in Wesel-Lackhausen

Unsere Kindertagesstätte gibt es seit mehr als 25 Jahren. In dieser Zeit haben sich Aufgaben und Anspruch an Kindertageseinrichtungen verändert. Kindergärten gelten nicht mehr nur als Betreuungsort für Kinder, sondern als Bildungseinrichtungen. Der gesellschaftliche Wandel von einer Industriegesellschaft hin zu einer Informations- und Wissensgesellschaft führt zu einer veränderten und an Bedeutung gewinnenden Bildungspolitik.

PISA, Bildungsreform etc. sind in aller Munde. Im Zuge der veränderten gesellschaftlichen Bedingungen entsteht ein neues Weltbild und damit einhergehend eine veränderte Betrachtungsweise des Kindes als eigenständige Person mit Rechten (UN-Konventionen). Darüber hinaus gibt es neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die neue Ansätze in der Entwicklungsförderung von Kindern notwendig machen. Das veränderte Weltbild, neues entwicklungspsychologisches Wissen und ein hoher bildungspolitischer Stellenwert stellen die Frühpädagogik vor große Herausforderungen.

Wir stellen uns diesen Herausforderungen!

Leitbild

Wir gemeinsam auf deinem Weg

Unsere Sonnenburg ist ein Ort, der geprägt ist von einem wertschätzenden und respektvollen Miteinander. In einer warmen und "heimeligen" Atmosphäre begleiten wir Kinder und Eltern ein Stück des Weges, mit Kopf-Herz-Hand.

Mit gemeinsamen Ideen, Idealen und vielfältigen Fähigkeiten sorgen wir dafür, dass die Menschen, die in unserer Einrichtung ein- und ausgehen, sich in ihrer Einzigartigkeit angenommen fühlen und in ihrer Persönlichkeit frei entfalten können.

Plant das Schwierige da, wo es noch leicht ist.
Tut das Große da, wo es noch klein ist.
Alles Schwere auf Erden beginnt stets als Leichtes.
Alles Große auf Erden beginnt stets als Kleines.

– Laotse

Kernpunkte

Der lebensbezogene Ansatz, von N. Huppertz in den 1990er Jahren entwickelt, bildet die theoretische Grundlage unsrer pädagogischen Arbeit.

Wir haben uns bewusst für diesen Ansatz entschieden, denn er stellt das Leben und Lernen des Kindes in den Mittelpunkt pädagogischen Handelns. Der ganzheitliche Blick auf das Kind ist dabei grundlegend und bedeutet, dass wir alle Entwicklungsbereiche (Wissensebene, sozial-emotionaler Bereich und körperliche Ebene) gleichermaßen sehen und miteinander verknüpfen: Kopf-Hand-Herz.

Innerhalb der UN-Konventionen ist das Recht des Kindes auf Partizipation verankert und auch im KJHG (Kinder- und Jugendhilfe Schutzgesetz) formuliert. Partizipation bedeutet wörtlich „Beteiligung“, „Teilhabe“ und meint den Einfluss auf Entscheidungsprozesse oder Handlungsabläufe und ist ein zentraler Aspekt unserer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft, der bereits in frühen Kinderjahren gelebt und vermittelt werden muss. Partizipationsfähigkeit von Kindern zu fördern, setzt voraus, dass Kinder als eigenständige und kompetente Persönlichkeiten respektiert werden. Im Umgang mit den Kindern, der geprägt ist durch unsere wertschätzende und inklusive Haltung sowie im Rahmen von Abstimmungen und Kinderkonferenzen wird Teilhabe in unserer Einrichtung gelebt.

Die in unserer Konzeption beschriebenen Grundsätze unserer pädagogischen Arbeit finden auch im Umgang mit den unter 3jährigen Kindern Anwendung.Wir sind uns jedoch bewusst, dass uns die sensible Entwicklungsphase des Kindes bis zum dritten Lebensjahr vor besondere Herausforderungen stellt und eine hohe Qualitätssicherung verlangt. Stabile und sichere Bindungen sind entscheidend für eine gesunde Entwicklung, denn ausgehend von einer guten Beziehung zu den Bezugspersonen, dem „sicheren Hafen“, kann das Kind die Welt entdecken. Einer positiven Bindung zwischen Kind und pädagogischer Fachkraft kommt in der Betreuung der ganz Kleinen deswegen eine besondere Bedeutung zu.

Wie allen Kindern begegnen wir auch den Kleinsten unserer Einrichtung wertschätzend und partnerschaftlich und möchten gleichzeitig durch Ansprache und Zuwendung das Gefühl von Geborgenheit vermitteln. Wir bieten den Kindern stets ein hohes Maß an Kontinuität und Verlässlichkeit, so dass sie Sicherheit und Vertrauen erfahren. Alle Erzieherinnen unserer Einrichtung sind auf die Arbeit mit den ganz Kleinen eingestellt und durch Seminare, Hospitationen, Literatur und Fachaustausch entsprechend fortgebildet.

Die Raumgestaltung ist vom Platzangebot über das Mobiliar bis hin zu den Spielmaterialien auf die Bedürfnisse der Kleinen abgestimmt, so dass Ruhe und Bewegung, Geborgenheit und Offenheit, Zusammensein und Alleinsein möglich sind. „Aller Anfang ist schwer“ und die Eingewöhnungszeit der U3-Kinder erfordert eine behutsame und einfühlsame Begleitung der Eltern und ihrer Kinder. Wir orientieren uns in der Sonnenburg am „Berliner Modell“, das einen individuellen und elternbegleitenden Übergang ermöglicht.

Durch gezielte Beobachtung lernen wir jedes einzelne Kind besser kennen. In dem wir uns auf seine „kindliche Weltsicht“ einlassen, können wir seine Interessen, Bedürfnisse und Wünsche verstehen und individuell fördern. Beobachtung und Dokumentation als Elemente pädagogischen Handelns sind aus aktuellen Bildungsplänen nicht mehr wegzudenken. Die Idee dahinter ist nicht neu, aber im Rahmen des gesetzlichen Bildungsauftrags sind diese Elemente in den Vordergrund gerückt und es Bedarf strukturierter Beobachtungs- und Dokumentationssysteme.

Mit verschiedenen Verfahren (ET6-6-R, BaSIK, Perik etc.), aber auch der freien Beobachtung, wird jedes Kind individuell und in seinen aktuellen Situationen und Phasen gezielt wahrgenommen. Darüber gelingt es auch frühzeitig besonderen Förderbedarf festzustellen und entsprechende Maßnahmen (Beratung, Förder- und Teilhabeplanung, Zusammenarbeit mit Frühförderstellen, Therapiepraxen etc.) einzuleiten. Eine besonders schöne Form der Dokumentation der kindlichen Entwicklung sind unsere Portfolios ("Sammelmappe"), die keine standarisierten Items enthalten, sondern der Einmaligkeit und Individualität jedes Kindes gerecht werden möchten.

Die Gender Pädagogik ist für uns in der Sonnenburg zu einem zentralen Aspekt unserer pädagogischen Arbeit geworden.

Das Prinzip des Gender Mainstreaming möchte die Gleichstellung der Geschlechter erreichen, indem Frauen und Männer, Mädchen und Jungen gleichermaßen in den Blick genommen werden. In erster Linie geht es aber darum, eine geschlechter- und diversitätssensible Haltung zu erlangen, die stereotype Rollenvorstellungen aufdeckt und überwindet, damit Kinder sich frei entwickeln und ausprobieren können.

Dieses Bewusstsein im Alltag prägt in vielen Bereichen die pädagogische Arbeit und trägt deutlich zur ihrer Qualitätsentwicklung bei. Wir wollen keine Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen machen und doch alle Unterschiede zwischen ihnen wahrnehmen.

Ein zentrales Thema in der Arbeit mit Kindern und deren Familien ist das Kindeswohl. Gemeint sind der Schutz und die Förderung der sozialen, emotionalen, geistigen und körperlichen Entwicklung des Kindes.

Dabei sind wir bestrebt, präventiv das Wohl der Kinder sicherzustellen. Dies gelingt uns durch die aktive Umsetzung von Kinderrechten (Partizipation), die Stärkung der Kinder insbesondere auf sozial-emotionaler Ebene und eine achtsame Haltung im alltäglichen Miteinander.

Im Verdachtsfall einer Kindeswohlgefährdung (nach § 8a SGB VII) wissen die Kinderschutzfachkraft und die Leitung, welche Maßnahmen, gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt der Stadt Wesel, getroffen werden müssen.

Wir verstehen uns als eine inklusive Kindertagesstätte.

Der Begriff der Inklusion umfasst ein weites Feld, denn es geht nicht nur um die Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen, sondern um gesellschaftliche Vielfalt und das Erkennen und Akzeptieren von Unterschiedlichkeiten. Inklusion bedeutet für uns, dass wir alle Kinder und Erwachsenen in der Sonnenburg so anerkennen wie sie sind, unabhängig von körperlichen, geistigen oder seelischen Beeinträchtigungen und individuellen Besonderheiten, sozialer oder kultureller Herkunft, Identität oder Lebensform. Jedes Kind wird in seiner Persönlichkeit gesehen und entsprechend seines individuellen Entwicklungsstandes gefördert.

Mit unserer offenen Einstellung, regelmäßiger Reflexion und Fortbildung setzten wir Inklusion in der Sonnenburg insbesondere durch die inklusive Einstellung aller Mitarbeiter/innen um. Ein barrierefreier Zugang zu vielen Räumen, die Möglichkeit zu Therapien in unserer Einrichtung und unser stabiles Netzwerk zu verschieden Ärzten, Therapeuten, Frühförderstelle, Grund- und Förderschulen stellen die äußeren Bedingungen sicher. Das Kinderbildungsgesetz (§8) und der Rahmenvertrag (gemäß §125) mit dem LVR bilden den rechtlichen Rahmen dazu.

Bildung hat viele Gesichter

Sprache ist das wichtigste zwischenmenschliche Kommunikationsmittel. Sie gilt als „das Tor zur Welt“ und Schlüssel zu allen Bildungsprozessen, denn über Sprache und Schrift(Sprache) trete ich mit meiner Umwelt in Kontakt, findet Austausch und Wissensaneignung statt. Alle Wahrnehmungsbereiche sowie Motorik und Sozialverhalten stehen in engem Zusammenhang mit der Sprachentwicklung. Auch wenn Sprache sich scheinbar wie von selbst entwickelt, ist eine liebevolle Atmosphäre, sich angenommen und wertgeschätzt fühlen elementar, um Sprechfreude und kommunikative Kompetenzen entwickeln zu können. In der Sonnenburg hat Sprachförderung einen hohen Stellenwert und wird in die alltägliche Arbeit eingebettet. Gezielte Angebote, wie unsere Wortstark-Gruppen und die "Lese-Oma", die unseren Bücherwürmchen regelmäßig traditionelle Geschichten vorliest, aber auch unsere gemütlichen Lesesofas in allen Gruppen sowie die Möglichkeit zur Sprachtherapie in unserer Einrichtung, unterstreichen diese Bedeutung.

Bewegung ist ein Grundbedürfnis des Kindes, über die es sich selbst und die Welt erforscht und begreift. Das Kind muss verschiedenste Körpererfahrungen machen, um eigene körperliche Leistungen und Grenzen kennenzulernen, um sich so über Erfolg und Misserfolg selbst einschätzen zu können. Bewegung ist für einen ganzheitlichen Bildungsprozess von tragender Bedeutung, denn Bewegung unterstützt die körperliche, kognitive und sozial-emotionale Entwicklung des Kindes. Unsere Gesellschaft, die immer mehr Mobilität fordert und ermöglicht, leidet an Bewegungsmangel, in dessen Folge Fehlhaltungen, Wahrnehmungsstörungen, Fettleibigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten etc. entstehen. Auch Kinder sind bereits davon betroffen. Die Kindertagesstätte kann hier für mehr Bewusstsein und präventive Maßnahmen sorgen. Durch entsprechende „Bewegungsräume“ für Kinder und Aufklärung der Eltern fördern wir die Freude an der Bewegung und leisten damit einen wertvollen Beitrag zur Gesundheit. Darüber hinaus bieten wir mit dem Angebot "Psychomotorisches Turnen" die Möglichkeit zur gezielten Förderung durch unsere Motopädin.

Die Medienvielfalt sowie deren zunehmende Alltagsrelevanz machen es notwendig, dass Erzieherinnen und Eltern Kinder zu einem verantwortungsvollen, kompetenten und kritischen Umgang mit Medien führen. Im Kindergartenalltag spielen neben den herkömmlichen Medien wie Bücher, CDs etc., die den Kindern jederzeit zur Verfügung stehen, auch zunehmend neuere Medien (PC, Kamera, Internet, "Klick-Mäuse" etc.) eine Rolle.

Die Bildungsbereiche Körper, Gesundheit, Ernährung und Hygiene sind eng miteinander verbunden. Das körperliche und seelische Wohl des Kindes gehört zu seinen Grundrechten und ist Voraussetzung für eine positive Entwicklung und Grundlage einer ganzheitlichen Bildung. Über vielfältige Sinneserfahrungen, Berücksichtigung des kindlichen Bedürfnisses nach Nähe und Distanz und Beantworten aller Fragen in Bezug auf den Körper, sollen die Kinder ein unbefangenes und positives Verhältnis zu ihrem Körper entwickeln.

Gesundheit ist mehr als das Fehlen von Krankheit und in der Gesundheitsforschung geht es immer mehr um die Frage nach den Ressourcen, die zur Gesundheit beitragen. Dabei spielen auf körperlicher Ebene zum Beispiel Ernährung, Bewegung und Vorsorgeuntersuchungen eine wichtige Rolle, auf sozial-emotional Ebene unter anderem Stressbewältigungsstrategien, Optimismus und stabile Beziehungen. Eine ganzheitliche und präventive Gesundheitsbildung in der Kindertageseinrichtung ist demnach von zentraler Bedeutung, um frühzeitig die Verantwortung, die wir für den eigenen Körper haben zu erlernen. Die Ernährung hat einen grundlegenden Einfluss auf unsere geistige und körperliche Entwicklung. Da die ersten Lebensjahre prägend für das spätere Ernährungsverhalten sind, ist eine frühe Ernährungserziehung ein zentraler Aspekt der Bildungsarbeit in der Sonnenburg. Mit unserem beliebten Frühstücksbuffet und dem gemeinsamen Mittagessen möchten wir den Kindern die Bedeutung einer ausgewogenen und vollwertigen Ernährung vermitteln. Aber auch Freude und Genuss am Essen und Trinken und entsprechende Tischmanieren sind uns wichtig, denn das Essverhalten hat neben der gesundheitlichen Komponente auch einen großen gesellschaftlichen Stellenwert. Selbstverständlich berücksichtigen wir bei den angebotenen Mahlzeiten die Bedürfnisse der Kinder nach Alter, Kultur oder Beeinträchtigung.

Kitas haben einen entscheidenden Einfluss auf die gesunde Entwicklung der Kinder und nicht erst seit der Coronavirus-Pandemie sind Hygiene und Gesundheit ein grundlegendes Thema für uns. Hygienemaßnahmen wie Händewaschen, Husten- und Niesetikette werden mit den Kindern geübt, um das Ansteckungsrisiko zu verringern und den Kindern bewusst zu machen, dass das Einhalten von Hygieneregeln vor Krankheiten schützt.

Wieso? Weshalb? Warum? Durch Fragen, Beobachten und Ausprobieren sind Kinder ständig dabei, sich Wissen über ihre Umwelt anzueignen. Wir möchten die natürliche Neugierde der Kinder wecken, damit sie selbstständig Entdeckungen machen und kreativ Lösungen entwickeln können. Naturwissenschaftlich-technische Bildung findet im Alltäglichen beim Spielen auf dem Außengelände, beim Basteln und Backen etc. statt, wird aber auch durch gezielte Angebote (Fred Forscher, Waldnachmittage etc.) vertieft. Mit allen Sinnen sollen Kinder Lernerfahrungen sammeln, um naturwissenschaftliche Zusammenhänge begreifen und technisches Wissen erlangen zu können.

Unsere Welt steckt voller Mathematik und fundierte Kenntnisse in diesem Bereich gehören zu den zentralen Bildungsinhalten unserer Gesellschaft. Die mathematische Förderung im Kindergartenbereich soll nicht im Einüben von Zahlen und Regeln bestehen, sondern dem Kind die Freude am Entdecken, Rätseln und Lösen vermitteln. Mathematik wird in ihrer Alltäglichkeit erforscht und bewusstgemacht und im Konkreten durch entsprechende Materialien und Spiele erlebt, die den Kindern zum Beispiel das Erfassen von Formen, Mengen und Größen ermöglichen.

Im Rahmen der musisch-ästhetischen Bildung werden durch Gestalten, Rollenspiel, Musik, Tanz etc. alle Sinne angesprochen und tragen im Verständnis einer ganzheitlichen Bildung zur positiven Gesamtentwicklung des Kindes bei. Neben der Schulung aller Sinne ist die Förderung der Kreativität grundlegend, denn sie wird als eine wichtige Basiskompetenz betrachtet und betrifft viele Lebensbereiche. Kreativität bei Kindern zu fördern heißt in erster Linie, ihnen positiv und wertschätzend gegenüberzutreten, ihr Schaffen und ihre Ideen ernst zu nehmen, so dass sie darüber Selbstbewusstsein und Selbstinitiative entwickeln.

Wir begleiten Kinder dabei, wie sie ihre Welt entdecken, unterstützen und ermutigen sie, Antworten auf ihre Fragen zu finden. Damit das Kind darüber Selbstvertrauen und eine eigene Identität entwickeln kann, bringen wir ihm in seiner Persönlichkeit, Sprache und Kultur stets Anerkennung und Wertschätzung entgegen. Die Gemeinschaft des Kindergartens bietet Raum für Menschen aus unterschiedlichen sozialen Gefügen und Kulturen, mit und ohne Beeinträchtigungen und aus verschiedensten Familienformen und bildet dadurch einen idealen Ort, um das soziale Miteinander und die Regeln des Zusammenlebens zu erlernen sowie ein Gefühl von Zugehörigkeit zu entwickeln. Dies ist grundlegend, um ein verantwortungsbewusster und rücksichtsvoller Teil unserer Gesellschaft zu werden. Erwachsene dienen auch hier den Kindern als Vorbild. Deswegen begegnen wir allen Kindern und Erwachsenen in unserer Einrichtung mit Respekt und sind offen für verschiedene Sicht- und Lebensweisen. Diese Haltung bereitet die Kinder auf unsere vielfältige Gesellschaft vor und hilft ihnen, die Diversität schätzen zu lernen. Unsere Kinder wachsen in einer multikulturellen Gesellschaft auf, in der Menschen unterschiedlicher Herkunftsländer miteinander leben und ihre Gebräuche, Rituale und Religionen einbringen. Im Kindergarten kommen die Kinder mit verschiedenen Lebenswelten und Kulturen in Kontakt, durch die sie ein adäquates Miteinander erlernen, das geprägt ist von Solidarität, Toleranz und konstruktiver Konfliktlösung.

Ausgehend von einem wertschätzenden Umgang miteinander, in der Familie und bei uns in der Sonnenburg, möchten wir Eltern und Kinder ermutigen, allen Menschen unvoreingenommen, neugierig, respektvoll, freundlich und tolerant zu begegnen - mit allen Sinnen und einem offenen Herzen.

Kinder lieben und bewundern die Natur mit ihrer Vielfalt an Pflanzen und Tieren. Über diesen engen Bezug gelingt es, Kinder schon früh für die Einmaligkeit und Verletzbarkeit unserer Umwelt zu sensibilisieren und die Verantwortung, die wir alle tragen deutlich zu machen. Dies vermitteln wir insbesondere im entsprechenden Umgang mit unseren Ressourcen (Wasser, Strom etc.) im Alltag.

Ein ganzheitliches Bildungsverständnis schließt auch in einer nicht-konfessionell gebundenen Einrichtung religiöse und ethische Bildung mit ein, denn Fragen nach dem Woher, Wohin, Wozu tauchen in der Arbeit mit Menschen immer wieder auf und sind ein wesentlicher Bildungsaspekt. In der Gemeinschaft des Kindergartens haben Kinder die Gelegenheit, Toleranz, Respekt, Verantwortung für sich und andere, Solidarität, friedliches Miteinander, Vergebung etc. zu lernen. Werte, Regeln und Normen bieten Halt und Orientierung und das Kind entwickelt eine eigene Auffassung von der Welt, dem Menschen und den vielen unterschiedlichen Kulturen, anhand derer es seinen Platz in der Welt findet.

Die Bedeutung des Spiels

Wissenschaftler gehen davon aus, dass Kinder in den ersten 6 Lebensjahren 15000 Stunden spielen (müssen!), das sind 7 bis 8 Stunden pro Tag. Spielen ist für Kinder das zentrale Mittel sich ihre Welt anzueignen, d.h. übers Ausprobieren, Gestalten, Erfinden, Erforschen sammeln sie neue Erkenntnisse und Erfahrungen. Spielen wird als elementare Form des Lernens erachtet und führt zum Erwerb verschiedenster Kompetenzen.

Kinder, die viel und intensiv spielen, bauen insbesondere auf sozial-emotionaler, kognitiver und motorischer Ebene wichtige Kompetenzen auf. Wir Pädagogen bieten reichhaltige Möglichkeiten, damit Kinder in Freispiel, Entdeckungs- und Wahrnehmungsspielen, Gestaltungs- und Rollenspielen, Konstruktions- und Bauspielen, Regel- und Gesellschaftsspielen, Bewegungs-, Finger- und Singspielen ihre Spielfähigkeit auf- und ausbauen können, um all ihre Potenziale ausschöpfen zu lernen.

Elternarbeit

Die Sonnenburg ist ein Eltern-Initiativ-Kindergarten, der von und mit Eltern lebt. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Familien ist uns ein zentrales Anliegen. In der Familie finden grundlegende Bildungsprozesse statt, es werden Werte und Traditionen vermittelt, Kompetenzen und Einstellungen erworben. Die Eltern sind die ersten Bezugspersonen und Spezialisten ihrer Kinder.

Die Bildungseinrichtung Kindergarten versteht sich als familienergänzende Institution, die die kindliche Entwicklung in konstruktiver Kooperation mit den Eltern begleitet und fördert. Im Rahmen verschiedenster Aktionen, wie Elternabenden, Eltern/Großeltern-Kind-Tage, Feste und Feiern für die ganze Familie, aber auch Elternmitarbeit und Elternbeirat sowie Angebote des Familienzentrums, möchten wir mit Eltern und Familien in Kontakt treten.

Öffentlichkeitsarbeit

Öffentlichkeitsarbeit ist ein wesentlicher und an Bedeutung gewinnender Aspekt der Arbeit in Kindertageseinrichtungen. Für uns in der Sonnenburg heißt „Öffentlichkeitsarbeit“, dass wir uns öffnen und Einblick gewähren, indem wir unsere Einrichtung und uns selbst darstellen und unsere pädagogische Arbeit transparent machen.

Der Schwerpunkt unserer Öffentlichkeitsarbeit liegt in intensiver Elternarbeit und in der Öffnung des Kindergartens zu seinem gesamten Umfeld, in dem wir über das Familienzentrum verschiedene Angebote für alle Familien, Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen in Lackhausen anbieten. Darüber hinaus haben wir ein gutes Netzwerk mit vielen familienunterstützenden Einrichtungen der Stadt Wesel sowie Grundschulen, Therapeuten und Ärzten. Mit der vorliegenden Konzeption möchten wir unsere gesamte pädagogische Arbeit und Haltung öffentlich und transparent machen.

Sicherheitskonzept

Die Sicherheit in Kindertagesstätten ist eine Grundvoraussetzung für die Betreuung und Bildung von Kindern. Eltern vertrauen uns in der Sonnenburg ihre Kinder an und können von uns erwarten, dass zu jeder Zeit ein höchstes Maß an Sicherheit gewährleistet ist.

Dabei engen wir die kindliche Entwicklung so wenig wie möglich ein, um den Kindern in sicherem Rahmen Herausforderungen, Freiraum und Selbstständigkeitsentwicklung zu ermöglichen. Die Sicherheit in Kindertageseinrichtungen gliedert sich in die verschiedenen Themenbereiche Gesundheit, Hygiene, Aufsichtspflicht, Unfallverhütung, Brandschutz und Sicherheitserziehung.

Sexualerziehung

Ein wertschätzendes Selbstbild und ausreichendes Selbstwertgefühl sind für eine positive Lebensgestaltung sowie eine bejahende Einstellung zur eigenen Sexualität notwendig und spielen auch in der Prävention vor sexuellen Übergriffen und sexueller Gewalt eine entscheidende Rolle. Denn das Wissen um die eigene Körperlichkeit und gesundes Selbstbewusstsein machen Kinder stark, um sich gegenüber sexuellen Grenzverletzungen wehren zu können. Im Rahmen der Persönlichkeits- und Sozialerziehung möchten wir Kinder in ihrer psychosexuellen Entwicklung verantwortungsbewusst begleiten, damit sie eigene Gefühle und die anderer erkennen und respektieren lernen, und so in ihrer Identitätsfindung und in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt werden.

Beschwerdemanagement

Beschwerden und der Umgang mit diesen sind ein wesentlicher Teil der Partizipation in der Sonnenburg, denn über die Beschwerde nehmen Kinder und Erwachsene aktiv Einfluss auf das alltägliche Kindergartengeschehen.

Für Kinder sehen wir im Beteiligungs- und Beschwerdemanagement eine Chance, eigene Bedürfnisse und Interessen besser wahrzunehmen und zu verbalisieren, und damit eine wertvolle Möglichkeit zu (Selbst-)Bildung und Sprachbildung. Grundlegend hierfür ist die partizipative und dialogische Haltung der Erwachsenen in der Einrichtung, die den Kindern mit Offenheit und Respekt begegnen, damit diese Sorgen, Unmut und Wünsche angstfrei äußern können.

Auch im Hinblick auf die Elternarbeit ist ein funktionierendes Beschwerdesystem von Bedeutung. Über den Elternbeirat, Meinungsabfragen und Evaluationsbögen möchten wir Eltern konkret ermutigen, Beschwerden und Verbesserungsvorschläge zu äußern, damit wir mit Veränderung und Weiterentwicklung zur Zufriedenheit aller beitragen.

Qualitätsentwicklung und -sicherung

Die vorliegende Konzeption bildet das Herzstück unserer pädagogischen Arbeit und stellt gleichzeitig durch stetige Reflektion und Weiterentwicklung ihre Qualität sicher. Den rechtlichen Rahmen dazu bietet zum einen das Kinderbildungsgesetz (KiBiz), das den Bildungsauftrag der Kindertageseinrichtungen festschreibt und zum anderen der Rahmenvertrag gemäß §125 SGB IX, der Bestandteil des neuen Bundesteilhabegesetzes (BTHG) ist und unsere inklusionspädagogische Arbeit beschreibt. Pädagogisch wurde die Konzeption auf Grundlage des lebensbezogenen Ansatzes entwickelt, wird stetig neu überdacht und ergänzt.

Das Leitbild unserer Konzeption wurde zuletzt im Rahmen der Planungstage 2020 modifiziert und zu "Wir gemeinsam auf deinem Weg" verändert. Durch Fortbildungen, Zusatzqualifikationen, monatliche Dienstbesprechungen und regelmäßige Planungstage wird unsere pädagogische Arbeit evaluiert und aktualisiert, denn die Bedürfnisse der Kinder müssen vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels stets neu betrachtet werden.

Die Rückmeldungen durch Kinder und Eltern, die wir im Dialog und durch unser geregeltes Beschwerdemanagement erbitten, spielen dabei eine wichtige Rolle. Indem wir uns und unsere Arbeit regelmäßig reflektieren und anhand der Kriterien des Qualitätssystems PQ-SysKiQ evaluieren und weiterentwickeln, tragen wir grundlegend zur Qualitätsentwicklung und -sicherung in der Sonnenburg bei.